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Es ist kaum zu glauben, mit diesem, hier auf den Bildern zu sehenden Radbremszylinder eines
Mercedes 407 D, Bj. 1977, (Baumuster 309) hat das Fahrzeug doch tatsächlich noch zufrieden- stellende Bremswerte erreicht. Niemand wird mir widersprechen, wenn ich behaupte, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis Zylinder in
diesem Zustand den Dienst kpl. einstellen.
Die Frage “in welche Sondermülltonne darf ich dieses verseuchte Teil entsorgen und woher
bekomme ich einen brauchbaren Ersatz ?” stellt sich mir nicht. Wenn die Lauffläche der Zylinder nicht vom Rost angegriffen sind, können diese Radbremszylinder überarbeitet werden.
Damit die Radbremszylinder nach der erfolgten Überarbeitung wieder wie neue Zylinder
arbeiten, ist ein Austausch einiger Teile erforderlich. Mercedes bietet für ca. 20 Euro Raparatursätze für diese Radbremszylinder an. Oft ist auch nur ein Austausch der
Kegelmanschetten erforderlich. Diese bekommt man mit etwas Glück zu einen Stückpreis von ca 3 Euro bei Händlern, die das ATE-Sortiment führen.
Hier einmal eine Beschreibung, wie ich bei solchen Arbeiten vorgehe. Bitte seht diese
Beschreibung nicht als ultimative Reparaturanleitung für defekte Radbremszylinder an. Nachahmer sollten sich bewußt sein, dass es sich bei Radbremszylindern um wichtige Teile
der Bremsanlage handelt und dass ein Versagen der Zylinder eine Funktionsunfähigkeit der gesamten Anlage zur Folge haben kann.
Der ganze Dreck und Rost vom Radbremszylinder muß entfernt werden.
Ich verwende für solche Arbeiten in der Regel einen kleinen Winkelschleifer mit Drahtbürstenaufsatz.
Sandstrahlen bietet sich bei dem Dreck selbstverständlich auch an, dann aber sehr vorsichtig arbeiten und mit dem Strahlgut auf keinen Fall die
Laufflächen im Zylinder treffen.
Nach der Außenreinigung wird der grobe Schmutz auf der Lauffläche des Radbremszylinders erst einmal mit Schleifpapier ca. 400er - 800er Körnung enfernt.
Ist der grobe Belag beseitigt, kommt ein einf aches Hongerät zum Einsatz. Dieses ist mit feinsten Honsteinen bestückt und
gewährleistet eine gleichmäßige Bearbeitung der Lauffläche. Ich hone mit diesem Gerät die Laufflächen nicht wirklich, sondern reinige sie nur gut damit. Kleine
Rostlöcher, so genannte “Pittings”, lassen sich beim Honen zwar auch beseitigen, ich bin da aber eher der vorsichtige Typ und werfe Zylinder
mit stark rostigen Laufflächen weg. Dieses nicht, weil ich zuviel Geld habe, sondern weil hier schon abzusehen ist, dass die Kegelmanschetten nicht lange halten werden. Bei weniger
verdreckten Zylindern reicht es auch, wenn die Zylinder nur mit feinem Schleifpapier ca. 1000er Körnung bearbeitet werden.
Nach dieser Innenbearbeitung überprüfe ich noch die Kanäle und beseitige dort ggf. die Ablagerungen mit Düsennadeln oder dünnen Holzstäben.

Danach wird alles gesäubert, ausgeblasen und bekommt einen frischen Farbanstrich.
Alle Einzelteile des Radbremszylinders auf einen Blick
Beim Zusammensetzen werden alle Teile dünn mit ATE-Bremszylinderpaste eingestrichen.
  
Fertig
Wie heißt es so schön: Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste, in diesem Sinne: Alle
Angaben in diesem “Workshop” werden ohne Gewähr auf Richtigkeit gemacht. Eine Haftung für Schäden jeder Art, durch die Anwendung, den Gebrauch meiner Angaben wird ausdrücklich ausgeschlossen.
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